Vereinsgeschichte

Am 13. März 1920, wurde der Heimatverein Beckum gegründet. Die erste Niederschrift im "Protokollbuch des Heimatvereins zu Beckum" lautet:
Am 13. März 1920, abends 8 1/2 Uhr, fanden sich auf Veranlassung des hiesigen Lehrervereins eine stattliche Anzahl von Personen zusammen, um zur Gründung eines Altertumsvereins Stellung zu nehmen. Nachdem Herr Rektor Rathmer den Zweck des Vereins in kurzen Worten dargestellt hatte, verbreitete sich Lehrer Alke eingehend über die Ziele und Einrichtung eines solchen. Herr Ahlke teilte mit, dass unter den 222 Mitgliedern die sich bereits eingetragen hätten, auch einige Herren aus der Umgebung seien. Nach längeren Beratungen wurde beschlossen, einen Verein zu bilden unter dem Namen: Verein für Orts- und Heimatkunde für Beckum und Umgebung. Bei der folgenden Vorstandwahl wurden folgende Herren gewählt: Herr Kreisschulinspektor Schmalohr 1. Vorsitzender,Kreisschulinspektor Schmalohr Herr Kaufmann Anton Hagedorn 2. Vorsitzender, Herr Telegraphensekretär Barkhaus 1. Schriftführer, Herr Kreissekretär Daske 2. Schriftführer, Sparkassenkassierer Everke 1. Kassenwart und Herr Röttger 2. Kassenwart. Die Lehrer Ahlke, Oberlehrer Dr. Kewes und Architekt Rheindorf als Bücherwart und Verwalter der Sammlungen. Lithograph St. Funke, Rechnungsrat Samson, Obermeister Gödde und Rentner Westerschulte als Beisitzer. Die Satzung wurde am 30. Juni 1920 beschlossen und am 27. Dezember in das Vereinsregister eingetragen.
Das war die Geburtsstunde des Heimatvereins Beckum. Aus den damaligen Protokollen ist ersichtlich, dass sich zunächst eine rege Vereinstätigkeit entwickelte. Viele Schenkungen  wertvoller Bücher und weiterer heimatgeschichtlich interessanter Objekte erfolgten in der Zeit bis 1924. Den 1. Höhepunkt seiner Tätigkeit erreichte der Heimatverein Beckum mit der Ausrichtung der 700- Jahrfeier im Jahre 1924. Nach nur 5 Monaten Vorbereitungszeit unter maßgeblicher Beteiligung des Heimatvereins wurde das 700-jährige Bestehen der Stadt gefeiert.
Mit dem Fehlen von Niederschriften nach 1924 ist sicherlich auch ein Nachlassen der Arbeit des Heimatvereins verbunden gewesen. Erwähnenswert ist, dass im Jahr 1926 der Verein für Orts- und Heimatkunde für Beckum und Umgegend umbenannt wurde in "Heimat und Verkehrsverein Beckum", und zwar mit der Begründung des Anschlusses einer Verkehrs- und Verschönerungsabteilung. Durch die beginnende Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre schrumpfte der Heimatverein in seiner Mitgliederzahl. Erst in den Jahren 1933 bis Mitte 1936 ergab sich wieder ein reges Vereinsleben. Ausgangspunkt hierfür war die Mitgliederversammlung am 29. November 1932 in der Herr Schulrat Schmalohr seinen Vorsitz nach 12 Jahren niederlegte. Neuer 1. Vorsitzender wurde Heinrich Tenkhoff und 2. Vorsitzender Schneidermeister Theodor Hunke. Schriftführer wurde der Redakteur Franz Kiwit.
Bereits 1934 wurde Rektor Röschenbleck in die Wanderkommission gewählt, und hat über 30 Jahre als Wanderwart alle Fahrten und Reisen des Vereins begleitet und geplant. Ebenso war auch der Rechtsanwalt Heinrich Boeckmann in diesen Jahren bereits sehr aktiv im Verein tätig.
Nachdem die in den Jahren 1933 durch Reichsordnung vorgeschriebene Gleichschaltung auch im Heimatverein Beckum ihre Wirkung zeigte, wurde auf einer Generalversammlung Ende 1933 in einer grundsätzlichen Erklärung betont, dass auch der Heimatverein streng auf der vorgeschriebenen Linie arbeiten wird. Die freie Vereinsarbeit wurde im Dritten Reich immer mehr erschwert; die Arbeiten in den Parteiorganisationen hatten Vorrang.

Im Jahre 1935 legte Herr Heinrich Tenkhoff den Vorsitz im Heimatverein nieder. Herr Anton Schulte übernahm anschließend den Vorsitz.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 ging die Vereinsarbeit in aller Stille weiter. Es wurden mit der Frontzeitung "Der Heimatbote" der Kontakt zu den an allen Fronten stehenden Soldaten gehalten. Hier hat besonders Herr Heinrich Nordhoff an der Zusammenstellung des Heimatboten mitgewirkt. Rund 600 gerade aufgefundene Dankesbriefe an die Redaktion bezeugen die Arbeit und Beliebtheit dieser Zeitung.
In der ersten Sitzung nach dem Kriege, am 24. Januar 1946, wurden zum 1. Vorsitzenden Heinrich Nordhoff und zum 2. Vorsitzenden Fritz Everke gewählt. Jedoch blieb es still um den einst blühenden Heimatverein.
In der Mitgliederversammlung am 13. Januar 1949 wurde mit Herrn Rechtsanwalt Heinrich Boeckmann ein neuer Vorstand gewählt. Mit ihm und seinem neuen Vorstand kam neuer Schwung in den Heimatverein. Ein Schwerpunkt lag bei den Wanderfahrten. Die große Heimatwoche 1950 wurde vom Heimatverein ausgerichtet und das Jahrbuch 1950 herausgegeben. Der Zahnarzt, Herr Dr. Jürgenhake, übernahm die Leitung des neu gegründeten Plattdeutschen Krinks. Der Krink ist ohne Unterbrechung bis heute immer noch aktiv.
Schon 1951 legte Herr Boeckmann seinen Vorsitz nieder. Herr Dr. Jürgenhake übernahm den Vorsitz. Der neue Vorsitzende setzte sich besonders für die Gestaltung des Nikolausbrauchtums in Beckum ein.
Nach dem Tod von Dr. Jürgenhake im Jahre 1955 wurde in der Generalversammlung 1957 der Gymnasiallehrer Leo Winter zum 1. Vorsitzenden gewählt, der 21 Jahre den Vorsitz inne hatte. In seine Zeit fällt auch die in den Jahren 1962 bis 1964 erfolgte Restaurierung des alten Wehrturms, um den sich Herr Winter große Verdienste erworben hat.
An der Ausrichtung der Feierlichkeiten zum 750-jährigen Stadtjubiläum hat Herr Winter maßgeblich mitgewirkt. Ebenso war ihm die Pflege der plattdeutschen Sprache ein besonderes Anliegen.
Nachfolger von Herrn Winter wurde Herr Ewald Reinhard, der am 23. Januar 1978 einstimmig gewählt wurde. Vor dieser Versammlung fand ein öffentlicher Vortrag zum Thema: "Das Fürstengrab zu Beckum" statt. Der Heimatverein trug in dieser und späteren Zeit sehr stark zur Verschönerung der Stadt bei.
Nach dem Rücktritt von Herrn Ewald Reinhard übernahm Herr Bankdirektor Schmiebusch das Amt des ersten Vorsitzenden; 2. Vorsitzende wurde Frau Maria Hagedorn.
Ein wichtiger Meilenstein für Beckum war die Einrichtung des Stadtmuseums im historischen Rathaus am Marktplatz. Große Teile der seit 1920 zusammengetragenen heimatgeschichtlichen Vereinssammlung waren von nun an öffentlich zugänglich und bildeten den Grundstock für die Dauerausstellung zur Heimatgeschichte.
Nach dem Tode von Herrn Schmiebusch im Jahre 1987 übernahm Frau Maria Hagedorn die Leitung des Heimatvereins. In diese Zeit fallen insbesondere Ausflüge und Grenzbegehungen, die Errichtung der Gedenktafel am Fundort des "Beckumer Fürstengrabes", die Errichtung der Nepomukstatue in der Werse an der Elisabethstraße, Restaurierungen und Zuschüsse des Vereins zur Pflanzung von Bäumen sowie die schon zur Tradition gewordenen Nikolausumzüge und Krippenfahrten.
Im Jahre 1982 wurde parallel zum Heimatverein von einigen Beckumer Bürgern der "Geschichtsverein für Beckum und die Beckumer Berge" gegründet. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Dr. Hermann Twenhöven gewählt. Mit vielen Sachvorträgen und Exkursionen trat der neue Verein an die Öffentlichkeit und konnte nach kurzer Zeit seines Bestehens auf eine stattliche Anzahl von Mitgliedern bauen. Eine eigene Vereinszeitschrift wurde erstellt, die regen Anklang fand. Der Erhalt und die Renovierung des Ackerbürgerhauses an der Linnenstraße wurde maßgeblich durch den Geschichtsverein begleitet.
Eine engere Zusammenarbeit mit dem Heimatverein, im Sinne von gemeinsamen Aktivitäten, fand anfänglich nicht statt. Die laufende Vereinsarbeit erforderte bei vielen Themen und Aktivitäten immer häufiger eine Abstimmung mit dem Heimatverein, aber auch mit den anderen heimatverbundenen Beckumer Vereinen. So wurde auf Initiative des Geschichtsvereins das Treffen der Vorstände der heimatverbundenen Vereine ins Leben gerufen, welches nun zu Anfang eines jeden Jahres stattfindet
Auf der Mitgliederversammlung des Heimatvereins am 17. Mai 1995 wurde Frau Maria Hagedorn von Herrn Dr. Hubert Lukas als Vorsitzende abgelöst. 2. Vorsitzender wurde Herr Erich Bomke, der ganz wesentlich die Vereinsarbeit übernahm. In diese Zeit fiel der Beginn der erneuten Renovierungsarbeiten am Wehrturm, die gemeinsam mit dem Geschichtsverein und der Bruderschaft der Bauknechte in Angriff genommen wurden. Auch musste die Bibliothek aus dem Wehrturm in das 1986 eröffneten Stadtmuseum verlagert werden, da die klimatischen Verhältnisse im Wehrturm zunehmend die Schriften schädigte.
Am 2. Dezember 1999 wurde Herr Erich Bomke von den Mitgliedern des Heimatvereins als Nachfolger von Herrn Dr. Lukas bestimmt. Sein Stellvertreter wurde Heinz Schembecker. Oberste Priorität hatte nun der Aufbau eines regen Vereinslebens mit dem Ziel, sich als Verein in der Öffentlichkeit deutlicher darzustellen. Mit vielen Tagesfahrten, Besichtigungen und Vorträgen war es nach kurzer Zeit gelungen, wieder Bürger für den Heimatverein zu interessieren. Zur Jahrtausendwende 2000 erschien die CD "Weihnachten in Beckum" auf der unter anderem die "Beckumer Hirtenflöte" eingespielt ist. Parallel zu all den Aktivitäten wurde aber auch die Kooperation und spätere Fusion mit dem Geschichtsverein vorangetrieben.
Nach Abschluss der Fusionsverhandlungen zwischen Heimatverein und Geschichtsverein konnte die Lokalpresse am 23. Januar 2002 verkünden: “Fusion – Heimatverein und Geschichtsverein nun offiziell eine Einheit.“ Damit war ein lang gehegter Wunsch vieler Mitglieder beider Vereine in Erfüllung gegangen. Die erste gemeinsame Mitgliederversammlung am 17. Januar 2002 wählte Herrn Dieter Große-Sudhues zum 1. Vorsitzenden und Herrn Heinz Schembecker zum 2. Vorsitzenden. Auch wurde die Satzung den neuen Gegebenheiten angepasst und beschlossen.
Mit dem neuen Vereinsnamen "Heimat- und Geschichtsverein für Beckum und die Beckumer Berge e.V." geht es in die Zukunft. Seit der Fusion kann der Beckumer Heimat- und Geschichtsverein auf ein reges Vereinsleben zurückblicken. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich Tagesfahrten mit Besichtigungen und Begehungen der Beckumer Naturschutzgebiete aber auch Mitwirkung und Unterstützung bei Projekten, die von heimatkundlicher Bedeutung sind.