Vor 84 Jahren, genau am 13. März 1920, wurde der Heimatverein
Beckum gegründet.
Die erste Niederschrift im "Protokollbuch des Heimatvereins zu Beckum"
lautet:
Am 13. März 1920, abends 8 1/2 Uhr, fanden sich auf
Veranlassung des hiesigen Lehrervereins eine stattliche Anzahl von
Personen zusammen, um zur Gründung eines Altertumsvereins Stellung zu
nehmen. Nachdem Herr Rektor Rathmer den Zweck des Vereins in kurzen
Worten dargestellt hatte, verbreitete sich Lehrer Alke eingehend über
die Ziele und Einrichtung eines solchen. Herr Ahlke teilte mit, dass
unter den 222 Mitgliedern die sich bereits eingetragen hätten, auch
einige Herren aus der Umgebung seien. Nach längeren Beratungen wurde
beschlossen, einen Verein zu bilden unter dem Namen: Verein für Orts-
und Heimatkunde für Beckum und Umgebung. Bei der folgenden Vorstandwahl
wurden folgende Herren gewählt: Herr Kreisschulinspektor Schmalohr 1.
Vorsitzender, Herr Kaufmann Anton Hagedorn 2. Vorsitzender, Herr
Telegraphensekretär Barkhaus 1. Schriftführer, Herr Kreissekretär Daske
2. Schriftführer, Sparkassenkassierer Everke 1. Kassenwart und Herr
Röttger 2. Kassenwart. Die Lehrer Ahlke, Oberlehrer Dr. Kewes und
Architekt Rheindorf als Bücherwart und Verwalter der Sammlungen.
Lithograph St. Funke, Rechnungsrat Samson, Obermeister Gödde und Rentner
Westerschulte als Beisitzer. Die Satzung wurde am 30. Juni 1920
beschlossen und am 27.Dezember in das Vereinsregister eingetragen.
Das war die Geburtsstunde des Heimatvereins Beckum. Aus den
damaligen Protokollen ist ersichtlich, dass sich zunächst eine rege
Vereinstätigkeit entwickelte. Viele Schenkungen an wertvollen Büchern
erfolgten in der Zeit bis 1924.
Den 1. Höhepunkt seiner Tätigkeit erreichte der Heimatverein Beckum mit
der Ausrichtung der 700 Jahrfeier im Jahre 1924. Nach nur 5 Monaten
Vorbereitungszeit unter maßgeblicher Beteiligung des Heimatvereins wurde
das 700 Jährige Bestehen der Stadt gefeiert.
Mit dem Fehlen von Niederschriften nach 1924 ist sicherlich
auch ein Nachlassen der Arbeit des Heimatvereins verbunden gewesen.
Erwähnenswert ist, dass im Jahr 1926 der Verein für Orts- und
Heimatkunde für Beckum und Umgegend umbenannt wurde in "Heimat und
Verkehrsverein Beckum", und zwar mit der Begründung des Anschlusses
einer Verkehrs- und Verschönerungsabteilung.
Durch die beginnende Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre schrumpfte
der Heimatverein in seiner Mitgliederzahl. Erst in den Jahren 1933 bis
Mitte 1936 ergab sich wieder ein reges Vereinsleben. Ausgangspunkt
hierfür war die Mitgliederversammlung am 29. November 1932 in der Herr
Schulrat Schmalohr seinen Vorsitz nach 12 Jahren niederlegte. Neuer 1.
Vorsitzender wurde Heinrich Tenkhoff und 2. Vorsitzender
Schneidermeister Th. Hunke. Schriftführer wurde der Redakteur Franz
Kiwit.
Bereits 1934 wurde Rektor Röschenbleck in die Wanderkommission
gewählt, und hat über 30 Jahre als Wanderwart alle Fahrten und Reisen
des Vereins begleitet und geplant. Ebenso war auch der Rechtsanwalt
Heinrich Boeckmann in diesen Jahren bereits sehr aktiv im Verein tätig.
Nachdem die in den Jahren 1933 durch Reichsordnung
vorgeschriebene Gleichschaltung auch im Heimatverein Beckum ihre Wirkung
zeigte, wurde auf einer Generalversammlung, Ende 1933, in einer
grundsätzlichen Erklärung betont, dass auch der Heimatverein streng auf
der vorgeschriebenen Linie arbeiten wird. Die freie Vereinsarbeit wurde
im Dritten Reich immer mehr erschwert; die Arbeiten in den
Parteiorganisationen hatten Vorrang.
Im Jahre 1935 legte Herr Heinrich Tenkhoff den Vorsitz im
Heimatverein nieder. Herr Anton Schulte übernahm anschließend den
Vorsitz.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 ging die
Vereinsarbeit in aller Stille weiter. Es wurden mit der Frontzeitung
"Der Heimatbote" der Kontakt zu den an allen Fronten stehenden Soldaten
gehalten. Hier hat besonders Herr Heinrich Nordhoff an der
Zusammenstellung des Heimatboten mitgewirkt. Rund 600 gerade
aufgefundene Dankesbriefe an die Redaktion bezeugen die Arbeit und
Beliebtheit dieser Zeitung.
In der ersten Sitzung nach dem Kriege, am 24. Januar 1946,
wurden zum 1. Vorsitzenden Heinrich Nordhoff und zum 2. Vorsitzenden
Fritz Everke gewählt. Jedoch es blieb still um den einst blühenden
Heimatverein.
In der Mitgliederversammlung am 13. Januar 1949 wurde mit Herrn
Rechtsanwalt Heinrich Boeckmann ein neuer Vorstand gewählt!. Mit ihm und
seinem neuen Vorstand kam neuer Schwung in den Heimatverein. Ein
Schwerpunkt lag bei den Wanderfahrten. Die große Heimatwoche 1950 wurde
vom Heimatverein ausgerichtet und das Jahrbuch 1950 herausgegeben.
Der Zahnarzt, Herr Dr. Jürgenhake, übernahm die Leitung des neu
gegründeten → Plattdeutschen
Krinks. Der Krink ist ohne Unterbrechung bis heute immer noch
aktiv.
1951 legte Herr Boeckmann seinen Vorsitz nieder. Herr Dr.
Jürgenhake übernahm den Vorsitz. Der neue Vorsitzende setzte sich
besonders für die Gestaltung des Nikolausbrauchtums in Beckum ein.
Nach dem Tod des Dr. Jürgenhake, im Jahre 1955, wurde in der
Generalversammlung 1957 Herr Leo Winter zum 1. Vorsitzenden gewählt, der
21 Jahre den Vorsitz inne hatte.
In seine Zeit fällt auch die in den Jahren 1962-1964 erfolgte
Restaurierung des alten →
Wehrturmes, um den sich Herr Winter große Verdienste erworben
hat.
An der Ausrichtung der Feierlichkeiten zum 750 jährigen Stadtjubiläum
hat Herr Winter maßgeblich mitgewirkt. Ebenso war ihm die Pflege der
plattdeutschen Sprache ein besonderes Anliegen.
Nachfolger von Herrn Winter wurde Herr Ewald Reinhard, der am
23. Januar 1978 einstimmig gewählt wurde. Vor dieser Versammlung fand
ein öffentlicher Vortrag zum Thema: "Das Fürstengrab zu Beckum" statt.
Der Heimatverein trug in dieser und späteren Zeit sehr stark zur
Verschönerung der Stadt bei.
Nach dem Rücktritt von Herrn Ewald Reinhard übernahm Herr
Bankdirektor i.R. Schmiebusch das Amt des ersten Vorsitzenden, 2.
Vorsitzende wurde Frau Maria Hagedorn.
Nach dem Tode von Herrn Schmiebusch, im Jahre 1987, übernahm Frau
Hagedorn die Leitung des Heimatvereins.
In diese Zeit fallen insbesondere Ausflüge und Grenzbegehungen, die
Errichtung der Gedenktafel am Fundort des "Beckumer Fürstengrabes", die
Errichtung der →
Nepomukstatue in der Werse an der Elisabethstraße,
Restaurierungen und Zuschüsse des Vereins zur Pflanzung von Bäumen, die
schon zur Tradition gewordenen Nikolausumzüge und Krippenfahrten.
Im Jahre 1982 wurde parallel zum Heimatverein von einigen
Beckumer Bürgern der "Geschichtsverein für Beckum und die Beckumer
Berge" gegründet. Zum Vorsitzenden wurde Herr Dr. Hermann Twenhöven
gewählt. Mit vielen Sachvorträgen und Exkursionen trat der neue Verein
an die Öffentlichkeit und konnte nach kurzer Zeit seines Bestehens auf
eine stattliche Anzahl von Mitgliedern bauen. Eine eigene
Vereinszeitschrift wurde erstellt, die regen Anklang fand. Der Erhalt
und die Renovierung des Ackerbürgerhauses an der Linnenstraße wurde
maßgeblich durch den Geschichtsverein begleitet. Eine engere
Zusammenarbeit mit dem Heimatverein, im Sinne von gemeinsamen
Aktivitäten, fand anfänglich nicht statt. Die laufende Vereinsarbeit
erforderte bei vielen Themen und Aktivitäten immer häufiger eine
Abstimmung mit dem Heimatverein, aber auch mit den anderen
heimatverbundenen Beckumer Vereinen. So wurde auf Initiative des
Geschichtsvereins das Treffen der Vorstände der heimatverbundenen
Vereine ins Leben gerufen, welches nun zu Anfang eines jeden Jahres
stattfindet
Auf der Generalversammlung des Heimatvereins am 17. Mai 1995
wurde Frau Maria Hagedorn von Herrn Dr. Hubert Lukas als Vorsitzende
abgelöst. 2. Vorsitzender wurde Herr Erich Bomke, der die ganze Last der
Vereinsarbeit übernahm.
In diese Zeit fiel der Beginn der Renovierungsarbeiten am Wehrturm, die
gemeinsam mit dem Geschichtsverein und der Bruderschaft der Bauknechte
in Angriff genommen wurden. Auch musste die Bibliothek aus dem Wehrturm
zum Stadtmuseum verlagert werden, da die klimatischen Verhältnisse im
Wehrturm zunehmend die Schriften schädigte.
Am 2. Dezember 1999 wurde Herr Bomke in Abwesenheit des
Vorsitzenden, Herrn Dr. Lukas, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Sein
Stellvertretender wurde Heinz Schembecker. Oberste Priorität hatte nun
der Aufbau eines regen Vereinslebens mit dem Ziel, sich als Verein in
der Öffentlichkeit deutlicher darzustellen. Mit vielen Tagesfahrten,
Besichtigungen und Vorträgen war es nach kurzer Zeit gelungen, wieder
Bürger für den Heimatverein zu interessieren. Zur Jahrtausendwende 2000
erschien die CD "Weihnachten in Beckum" auf der unter anderem die
"Beckumer Hirtenflöte" eingespielt ist.
Parallel zu all den Aktivitäten wurde aber auch die Kooperation und
spätere Fusion mit dem Geschichtsverein vorangetrieben.
Nach Abschluss der Fusionsverhandlungen der Vereinsvorsitzenden
Herrn Erich Bomke (Heimatverein) und Herrn Dieter Große-Sudhues
(Geschichtsverein) konnte Die Glocke am 23. Januar 2002 verkünden:
Fusion: Heimatverein und Geschichtsverein nun offiziell eine Einheit.
Damit war ein lang gehegter Wunsch vieler Mitglieder beider Vereine in
Erfüllung gegangen.
Die erste gemeinsame Mitgliederversammlung am.17. Januar 2002 wählte
Herrn Dieter Große-Sudhues zum 1. Vorsitzenden und Herrn Heinz
Schembecker zum 2. Vorsitzenden. Auch wurde die Satzung den neuen
Gegebenheiten angepasst und beschlossen.
Mit dem neuen Vereinsnamen "Heimat- und Geschichtsverein für
Beckum und die Beckumer Berge e.V." geht es nun in die Zukunft.
Seit der Fusion kann nun der Heimat- und Geschichtsverein auf
ein reges Vereinsleben zurückblicken. Besonderer Beliebtheit erfreuen
sich Tagesfahrten mit Besichtigungen und Begehungen der Beckumer
Naturschutzgebiete aber auch Mitwirkung und Unterstützung bei Projekten,
die von heimatkundlicher Bedeutung sind. |